Wie kann die Versorgungslücke geschlossen werden?

Frage ein­er Psy­cholo­gin

Kön­nen Sie aus Ihrer Erfahrung Imp­lika­tio­nen für ambu­lant arbei­t­ende Psy­chother­a­peuten benen­nen? Beispiel­sweise: Welche Ansätze sind aktuell (bei der Fülle an Büch­ern und Man­ualen), nach welchen Ansätzen arbeit­en Sie im TCE­fo­rum? Wie kann die Ver­sorgungslücke zwis­chen sta­tionär­er Ther­a­pie und ein­mal wöchentlich­er Psy­chother­a­pie über­brückt wer­den, wenn es keine Tagesklinik als Anlauf­stelle gibt?”

Antwort von Dr. Ger­ling­hoff und Dr. Back­mund, TCE­fo­rum

Unser Mod­ell  ist ein kog­ni­tiv ver­hal­tens­ther­a­peutis­ches Mod­ell.  Zusät­zlich arbeit­en wir mit Meth­o­d­en der emo­tion­sak­tivieren­den Schemather­a­pie, mit Akzent auf der Beziehungs­gestal­tung. Da wir wie Sie die Ver­sorgungslücke in Deutsch­land für ess­gestörte Patien­ten im ambu­lanten Bere­ich sehen, haben wir 2008 unter anderem das TCE-Forum gegrün­det  und  ein ambu­lantes, mul­ti­modales, mul­ti­pro­fes­sionelles Grup­penther­a­piemod­ell entwick­elt. Siehe auch die Broschüre Is(s) was ?!  Diag­nos­tik, Ther­a­pieer­leben..( Down­load beim Beltz- Ver­lag möglich))
In unserem Konzept spielt die Gruppe seit jeher eine wesentliche Rolle. Die Hil­fe ess­gestörter Pati­entin­nen erleben wir als beein­druck­end, ihre Sprache untere­inan­der ist unter­stützend, motivierend, kon­struk­tiv, empathisch oft sehr direkt, aber nie abw­er­tend. Voraus­set­zung ist allerd­ings ein Kli­ma gegen­seit­iger Wertschätzung, das vom ther­a­peutis­chen Team aus­ge­hen muss. Begeg­nung auf Augen­höhe ist von jeher ein Charak­ter­is­tikum unseres Ther­a­piepro­gramms. Niederge­lasse­nen psy­chol­o­gis­chen Psy­chother­a­peuten empfehlen wir als Basis für eine Psy­chother­a­pie, beim Umgang mit den  Patien­ten jeglichen Alters und deren Fam­i­lien, die Psy­choe­duka­tion (siehe Her­pertz-Dahlmann et al. 2008). In Zusam­men­hang mit der Psy­chother­a­pie sollte eine medi­zinis­che Unter­suchung erfol­gen.

Über den Autor/ die Autorin

Dr. med. Monika Gerlinghoff und Dr. med. Herbert Backmund

Dr. med. Moni­ka Ger­ling­hoff ist Fachärztin für Ner­venkrankheit­en, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsy­chi­a­trie und Ver­hal­tens­ther­a­peutin mit Weit­er­bil­dungser­mäch­ti­gung. Dr. med. Her­bert Back­mund ist Facharzt für Ner­venkrankheit­en. 2008 grün­de­ten die bei­den Ärzte das TCE­fo­rum in München.

Die Ein­rich­tung ist aus dem Ther­a­pie-Cen­trum für Essstörun­gen (TCE) her­vorge­gan­gen, ein­er auf Präven­tion, Diag­nos­tik und Behand­lung von Essstörun­gen spezial­isierten tagk­lin­is­chen Behand­lung­sein­heit mit angeschlosse­nen Wohn­grup­pen, dessen ver­hal­tens­ther­a­peutisch ori­en­tiertes Behand­lungskonzept Gerlinghoff/Backmund ab 1987 am Max-Planck-Insti­tut für Psy­chi­a­trie entwick­elt haben.

2018-10-11T15:26:10+00:00Oktober 11th, 2018|Aktuelles, Fachliches, Nachsorge|