Ignorieren Sie mich bitte nicht”

An Lehrerin­nen und Lehrer:
“Ignori­eren Sie mich bitte nicht”

Die häu­fig­ste Frage, die auf Infor­ma­tionsver­anstal­tun­gen von Lehrerin­nen und Lehrer gestellt wird, lautet: Wie ver­halte ich mich gegenüber Betrof­fe­nen? Nach­fol­gend haben ehe­ma­lige Pati­entin­nen und Vertreterin­nen der Pati­entin­nen-Ini­tia­tive des TCE­fo­rums stel­lvertre­tend für Betrof­fene, die noch keine Worte dafür haben, Vorschläge zusam­mengestellt. Hier kommt Teil 1:

  • Sprechen Sie mich nicht auf Essen, Fig­ur oder Gewicht an, son­dern fra­gen Sie mich lieber, wie es mir geht und sagen Sie mir, dass Sie sich Sor­gen machen. So habe ich das Gefühl, Sie haben wirk­lich Inter­esse an mir.
  • Ich würde mir wün­schen, dass Sie mich nicht ignori­eren, son­dern mich ansprechen! Schlim­mer kön­nen Sie die Ess-Störung dadurch nicht machen, am schlimm­sten ist es für mich, ignori­ert zu wer­den!
  • Reden Sie nicht mit meinen Eltern hin­ter meinem Rück­en! Die Heim­lichtuerei ver­let­zt mich.
  • Sprechen Sie mich nicht vor der Klasse, vor Mitschülern, anderen Lehrern etc. an. Das ist mir pein­lich, und ger­ade vor anderen habe ich nicht die Chance zuzugeben, dass etwas nicht stimmt.
  • Reden Sie nicht mit der Klasse in mein­er Abwe­sen­heit über mich! Das ist mir unan­genehm und ich füh­le mich aus­geschlossen und hin­ter­gan­gen.
  • Machen Sie mir ein Ange­bot zum Reden, denn es fällt mir sehr schw­er, selb­st um Hil­fe zu bit­ten, und es tut mir gut zu wis­sen, dass da jemand ist, an den ich mich wen­den kann.

 

Abb.: pixabay.com

Über den Autor/ die Autorin

Dr. Gerlinghoff / Dr. Backmund und Patientinnen des TCEforum

aus: „Is(s) was?!“ Eine Infor­ma­tion von Lehrerin­nen und Lehrer (als E-Book bei Beltz für € 1,99)

2018-04-20T14:54:12+00:00März 19th, 2018|Denkanstöße|